Beenden der extrakorporellen Zirkulation

Während der Reperfusion ist Zeit für die Vorbereitung zum Beenden des extrakorporalen Kreislaufs. Vor dem Abgehen vom Bypass muss ein spontaner, koordinierter Sinusrhythmus wiederhergestellt werden, andernfalls muss neben · der kausalen, allgemeinen und medikamentösen Behandlung kardialer Arrhythmien · ein temporärer Schrittmacher bei Bradykardien gelegt bzw. · bei Kammerflimmern defibrilliert oder bei Vorhofflimmern kardiovertiert werden. Anschliessend wird mit der Wiederaufnahme der Beatmung begonnen. Nach Ansage des Opera­teurs kann nun der Entwöhnungsvorgang von der extrakorporalen Zirkulation begonnen werden.

Temperatur, rektal > 35°C
Hämatokrit > 20%
Blutgase und Säure-Basen-Parameter und Elektrolyte normalisieren

Die Kontraktilität des Myokards wird visuell bzw. mithilfe der transösophagealen Echokardiogra­phie [ TEE ] beurteilt.Ist die Kontraktilität inadäquat, muss diese durch Applikation geeigneter Medikamente und / oder mechanischer Unterstützung gesteigert werden. Bei guter Ventrikelfunktion und stabiler, ausreichender Herz-Kreislauf-Funktion wird in Abstim­mung mit dem Chirurgen und dem Anästhesisten der rechte Ventrikel langsam und vorsichtig mit Vo­lumen belastet und bei erreichen normotensiver, pulsatiler Blutdruckwerte das Pumpenminuten­volumen schrittweise reduziert.

Die HLM wird in den Stand-by Modus gebracht. Das vorhandene Blut bzw. die laufenden Volumenverluste werden unter klinischen Gesichtspunkten über die arterielle Kanüle retransfundiert. Nach Beendigung der extrakorporalen Zirkulation und venöser Dekanülierung erfolgt in Abspra­che mit dem Operateur die Heparinantagonisierung durch Protamin. Nach Gabe der halben Protamindosis bzw. nach arterieller Dekanülierung können die Maschinensau­ger nicht mehr verwendet werden; Das übrig gebliebene Maschinen-Blut wird als autologes, gewaschenes Erythrozyten-Konzentrat im OP retransfundiert. Das venöse Reservoir kann nun zu einer unterdruckfähigen Thoraxdrainage umgebaut werden. Bei instabilen Verhältnissen besteht manchmal der Bedarf noch einmal an den extrakorporellen Kreislaufes zurückzugehen. Solange diese Möglichkeit besteht, muss Herz-Lungen-Maschine im Stand-by Modus belassen werden. Unter diesen Umständen muss die aktive Gerinnungszeit (ACT) beachtet werden. Im Falle einer er­neuten Kanülierung ist die Heparingabe zwingend erforderlich!