HIT-Patient

Die Letalität bei einer Heparininduzierten Thrombozytopenie (HIT) Typ II in Verbindung mit dem Auftreten von thrombotischen Komplikationen beträgt rund 30%. Obwohl die Inzidenz für HIT II mit ca. 3 % gering ist, dürfen wir dieses Thema nicht ignorieren, weil in der Herzchirurgie Heparin om­nipräsent ist. Das Vorgehen wird prinzipiell immer interdisziplinär bestimmt.Die HIT ist eine Erkrankung, bei der durch die Verabreichung von Heparin, zu einer Thrombozytope­nie kommt. Es werden zwei Typen der HIT unterschieden.

HIT Typ 1
HIT I manifestiert sich in den ersten Tagen der Heparinbehandlung. Sie stellt sich in einem kurzeiti­gen, mäßigen Abfall der Thrombozyten dar. Der Grund ist die direkte Aktivierung der Thrombozyten durch Heparin. Eine Therapie ist nicht notwendig.[i] In der Regel fallen die Thrombozyten nicht unter 80.000/?l.

HIT Typ II
Die HIT Typ II beruht auf einer Antikörperbildung gegen Heparin/Protein-Komplexe. Aufgrund seiner negativen Ladung bindet der Wirkstoff an zahlreiche Proteine. Als wichtigster krankheitsauslösender Faktor, wird der Komplex aus Heparin und dem Plättchenfaktor 4 angesehen. Plättchenfaktor 4 ist ein stark positiv geladenes Protein, das aus Blutplättchen freigesetzt wird. Auf dem Medika­ment/Proteinkomplex bilden sich Antigene, gegen die einige Patienten Antikörper entwickeln. Diese Antikörper bewirken eine Aktivierung der Thrombozyten untereinander und eine Aggregation. Hie­raus ergeben sich Thrombosen im venösen und arteriellen System. Extrem selten kann theoretisch auch eine Inaktivierung der Gerinnung erfolgen, was wiederum häufig zu Blutungen führt. Erste Anti­körper sind sechs bis zwanzig Tage nach dem Beginn der Heparingabe messbar. Das Auftreten einer HIT Typ II hängt von der Dauer der Heparinbehandlung ab, unter fünf Tagen tritt sie seltener auf. Ebenso fördert eine hohe Dosis das Risiko dieser Komplikation. Unfraktioniertes Heparin hat ein bis zu dreißig fach erhöhtes Risiko für eine HIT Typ 2 als niedermolekulares Heparin. Auch die Herkunft des Heparins kann auf die Entstehung einer HIT Einfluss nehmen. So tritt die Anti­körperbildung bei der Gewinnung des Heparins aus Schweinedarm häufiger auf, als bei dem Wirk­stoff, der aus Rinderlunge gewonnen wird. Ebenso weisen Studien auf ein erhöhtes Risiko bei Patien­ten weiblichen Geschlechts hin.[2] Bei der Therapie mit nichtfraktioniertem Heparin liegt das Auftre­ten für eine HIT Typ 2 zwischen 0,5 und 5% bei einer Verabreichungsdauer von mindestens fünf Ta­gen.