Intraaortale Ballonpumpe

Die intraaortale Ballongegenpulsation (IABP) wird als temporäres Hilfsmittel benutzt, um ein Herzversagen zu überbrücken, wenn die medikamentöse Behandlung nicht ausreicht. Sie ist eine perkutan anwendbare Form der assistierten Zirkulation. Sie dient als Unterstützung des linken Ventrikels (LV), wenn die Balance zwischen dem vom Herzmuskel benötigten und dem zur Verfügung gestellten Sauerstoff ge­stört ist.

Indikation
Linksventrikuläres Versagen (CI<1,5Liter/min/m2)
Kardiogener Schock
Fehlendes Ansprechen auf Katecholamine
Kardiomyopathie
Kardiologie: Hauptstammstenose vor Stenteinlage
Instabiler Angina Pectoris

Inflation Diastolische Augmentation
Das Aufblasen des intraaortalen Ballons während der Diastole erhöht den Blutfluss zu den Koronararterien. Die diastolische Spitzengeschwindigkeit im Koronarfluss steigt während der Inflation auf bis zu 117% (Katz 1992). Dieser erhöhte Fluss ver­sorgt das ischämische Myocard mit mehr Sauerstoff.

Deflation Afterloadsenkung
Durch das Ablassen des Ballons unmittelbar vor Beginn der linksventrikulären Ejek­tion wird der Widerstand des Ventrikelauswurfs vermindert, da der intraaortale Druckdurch die Entlastung bei der Entleerung des Ballons vermindert wird. Dies ver­ringert den myocardialen O2 Verbrauch, da das Myocard während des Auswurfs we­niger gefordert ist und die Nachlast vermindert wird.

Steuerung
Die zeitlich korrekte Steuerung der Gegenpulsation ist für die hämodynamische Wirksamkeit grundlegend wichtig. Das Aufblasen des Ballons (Inflation) sollte zum Zeitpunkt des Aortenklappenschlusses erfolgen, was sich im EKG in der T Welle oder in der Aortendruckkurve an der Inzisur zeigt.(dicrotic notch) und der Ballon soll während des gesamten Diastole aufgeblasen bleiben

Lage
Die Einführung des Ballons erfolgt mittels perkutaner Technik über die Femoralarte­rie über eine Schleuse oder mit Seldinger Technik. Der Ballon wird in die Aorta des­zendes vorgeschoben und direkt unterhalb der linken A. subclavia positioniert. Der distale Abschnitt des Ballons sollte ober­halb des Abgangs der Nierenarterien lie­gen. Die Lage des Ballons wird mit Rönt­gen oder Echo bestätigt. Verhindert eine Arteriosklerose die Zugang über die Femoralarterie, kann er bei einer Herzoperation mit Sternumeröffnung auch antegrad direkt über den Aortenbogen in die Aorta deszendes eingeführt werden